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Indien 2016

Ich bin wieder einmal in Indien. Es ist knapp 25 Jahre her, dass ich zum ersten Mal in diesem Land war und aus auch mir unerfindlichen Gründen zieht es mich immer wieder her.

Diesmal startete ich in Delhi und gleich die erste Überraschung war ein neuer und moderner Flughafen, der so wie der in Mumbai schon ein zukünftiges wesentlich größeres Flugaufkommen zu berücksichtigen scheint - man läuft minutenlang durch leere Gānge bis man zur Immigration kommt und von den geschätztn zwanzig Gepācksbāndern laufen gerade einmal zwei.

Da ich ja nicht zum ersten Mal hier war, wollte ich auch ein paar der weniger bekannten Sehenswürdigkeiten besuchen und auch so viel wie möglich zu Fuß erledigen. Ich gebe zu, dass zweiter es nicht gerade zu den genialsten Ideen gehört, aber mit Hilfe der aktuellen Technik machbar ist. Im Laufe der Jahre hatte ich schon vergessen, dass die Gegend um das Zentrum (Connaugh Place und Regierungsviertel) sehr begrünt ist und dir Stämme der Baume, die die Straßen säumen, oft den ganzen Gehsteig brauchen, so dass man oft genug wieder auf der Straße gehen muss. In Old Delhi ist dann eher weniger Grün zu finden, dafür aber meist enge Gassen und chaotischer Verkehr - nur die früher herumstehenden Kühe sind aus dem Straßenbild verschwunden, sonst hat sich hier wenig verändert. Hier habe ich nachdem ich einige Minuten und ein paar Schutzengel benötigt habe um über eine mehspurige Straße zu gelangen - in Indien sind geregelte Kreuzung rar und Fußgänger müssen sich durch gewagtes zwischen den Autos laufen ihren Weg bahnen - auf die Idee zu Fuß zu gehen gepfiffen und mir eine Fahrrad-Rikscha genommen.

Da ich ja Wochenende und einem Feiertag in Delhi war, waren auch viele Inder unterwegs um sich ihr altes Kulturgut anzusehen, am stärksten ist mir das beim Ugrasen ki Baoli aufgefallen, wo ich der einzige Ausländer war, während die Inder auf den Stufen des alten Wassertanks sitzend hier ihren Wochenendausflug begingen. Beim Jantar Mantar - einem Observatorium aus dem frühen 18. Jahrhundert - haben sich eher die jungen Pärchen eingefunden um in den Nischen der Gebäude ein wenig Ruhe zu finden.

Beim Purana Qila (Altes Fort) waren ebenfalls keine Touristen zu sehen, denn die findet man alle im Lal Qila (Rotes Fort), dafür aber eine beachtliche Menge von Indern, deren einziges Ziel zu sein schien peinliche Selfies zu machen - vielleicht ein Grund warum es eher wenige Bilder von diesem Ort zu finden gibt. Auf jeden Fall muss die Anlage für das frühe 16. Jahrhundert beachtlich gewesen sein. Die vier Meter breiten Mauern umschließen die Anlage auf zwei Kilometer Lānge. Leider sind nur mehr wenige Gebäude innerhalb der Festung erhalten. Weil ich vorher das Rote Fort erwähnt habe, als ich dann vor den Toren stand war es leider geschlossen - Reiseführer zu lesen hatte ich ja nicht notwendig, denn dort wāre es ja erwähnt worden, dass Montag ein schlechter Tag fūr einen Besuch ist.

Den Rest der Zeit habe ich fast nur Grabmäler der islamischen Moghulzeit besichtigt, die mich schon alleine wegen Größe faszinieren, wie Humayun's Grab oder das von Isa Khan. Auch das Qutub Minar, einer 73 Meter Siegessäule, die um 1200 erbaut wurde, ist von den Resten von Grabanlagen und religiösen Gebäuden umgeben. Ein gut erhaltenes religiöses Gebäude ist die Jama Masjid (Freitagsmoschee), die auch die größte Moschee Delhi's ist. Dort wurde ich, natürlich nach begleichen des Eintrittspreises (nur für Ausländer) und nachdem ich zumindest einmal rundherum gehen konnte, weil es Gebetszeit war hinaus "gebeten". Wobei das wirklich Interessante war, dass der Großteil aller in der Moschee befindlichen Leute keinerlei Anstalten machten zu beten, was wahrscheinlich daran lag, dass es sich um indische allerdings hinduistische Besucher handelte.

Jetzt habe ich wieder viel mehr geschrieben als ich vorhatte und wahrscheinlich zig Tipp- und Rechtschreibfehler gemacht, da ich es mir nicht mehr durchgelesen habe und damit mache ich für heute Schluss.

Bodhgaya, 25. Okt. 2016