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Thailand & Indien 2008

Ich bin nun seit einigen Tagen in und um Bangkok unterwegs, welches ja eigentlich Krung Thep heißt, aber in der westlichen Welt Pflaumenhain statt Stadt der Engel genannt wird. Und die Thais sind auch so freundlich Farangs (Fremden) gegenüber den für diese gebräuchlichen Namen zu verwenden.

Meine Art zu Reisen hat sich diesmal auch stark verändert, anstatt einen interessanten Ort nach dem anderen abzuklappern, versuche ich nun das ganze sehr zurückhaltend anzugehen. Dies wurde mir insbesondere dadurch erleichtert, dass ich mit Thais unterwegs bin. Thais lieben es lange zu schlafen und häufig zu essen und das reduziert das Reisetempo schlagartig. Und so bin ich bisher auch nur in Bangkok und der näheren Umgebung geblieben (mit einer kurzen Ausnahme).

Silvester wird hier, wie nun mehr fast überall in der Welt, auch groß gefeiert – Happy New Year wünscht man nicht nur allen Touristen, sondern auch die Thais untereinander verwenden diesen Ausspruch zu Silvester. Ich brachte den Silvester im „Stadtzentrum“ von Bangkok (Ratchathewi) zu, wo die Hölle los war. Es gab Lifekonzerte und eine Menge von Trink- und Essmöglichkeiten. Obwohl die Bühnen von den bedeutenden Bierbrauereien gesponsert wurden (Heineken, Singha und Chang) konnte ich keine betrunkenen Leute sehen, obwohl die Thais dem Alkohol schon auch etwas abgewinnen können, allerdings halten sie sich mehr an Whiskey mit Soda und Cola. Das Feuerwerk war ganz nett und innerhalb kurzer Zeit löste sich die Massenansammlung dann wieder auf, was auch ganz interessant zu beobachten war.

Im neunen Jahr schaute ich mit dann den Wat Benchamabophit an, der eine Buddha-Statue beherbergt, die einer Kopie der in Phitsanulok, welche zu den bedeutendsten des Landes gehört, entspricht. Die Basis der Statue beinhaltet die Asche von König Rama V. (bekannt als König Chulalongkorn). Auffällig an diesem Tempelbau ist auch, dass er aus Marmor erbaut wurde, was ihn aber auch nicht so viel anders erscheinen ließ, als ich es mir vorher vorstellte.

Nakhon Pathom ist eine kleine Provinzstadt, die jedoch das größte buddhistische Bauwerk der Welt beheimatet. Im Zentrum des Orts befindet sich die Phra Pathom Chedi, welche 127 Meter hoch ist. Mit dem Bau wurde im 6. Jahrhundert begonnen, im 11. Jahrhundert wurde er durch die Khmer erweitert, welches später durch die Burmesen wieder zerstört wurde und 1860 errichtete Rama IV. (König Mongkut) die Chedi, wie sie heute zu sehen ist. Neben der Chedi gibt es noch einige kleine Höhlen mit Buddhafiguren, die durch ein kleines Netz von Gängen miteinander verbunden sind. Der Hinweis in allen Reiseführern, dass die Chedi sogar höher ist, als die Shwedagon-Pagode in Yangon ist, ist für mich ein Vergleich der sich nur auf ein technisches Detail beschränkt, aber Wirkung und Atmosphäre sind dann doch etwas anderes – eigentlich schade, dass man Sehenswürdigkeiten nach so simplen Kriterien versucht an den Touristen zu bringen. Für Thais hat die Chedi eine religiöse Bedeutung und ein Besuch der Tempels ist etwas, dass dann auch allen erzählt wird, aber nicht weil die Chedi so hoch ist. Ich gebe ja zu, dass auch mit dem Hinweis auf die Höhe des Bauwerks den Absatz begonnen habe – er macht sich halt viel zu gut, aber den Vergleich zu anderen Stupas, Chedis bzw. Pagoden scheue ich doch.

Zurück in Bangkok besichtigte ich noch die Häuser von Jim Thompson, einem Amerikaner, der nicht nur die Thai-Seide international berühmt machte (und ihn reich), sondern auch ein Sammler thailändischer Kunst war. Er ließ sich aus mehreren traditionellen Teakholzhäusern, die er in Ayuthaya fand, ein schönes großer Haus zusammenbauen, in dem heute ein Großteil der von ihm gesammelten Kunstgegenstände zu finden ist. Jim Thompson verschwand 1967 in dem Cameron Highlands (Malaysia) auf bisher ungeklärte Weise.

Eine Sehenswürdigkeit der ganz anderen Art sind die königlichen Barken, die für Zeremonien am Chao Phraya – der Fluss um den die Stadt errichtet wurde – verwendet werden. Einige dieser aus Holz gebauten Boote sind bereits über hundert Jahre alt und werden immer noch erhalten. Die schlanken und langen Boote sind mit ihren Verzierungen Kunstwerke einer eigenen Art. Die bedeutendste Barke ist die Suphannahongse, die 1911 aus einem Stück Teakholz mit einer Länge von 46 m erbaut wurde. Die letzte Prozession fand im    November 2007 zum 80. Geburtstag des Königs statt, sie bestand aus 52 Barken, die mit insgesamt 2.082 Ruderern bemannt waren.

Eine Abwechslung bietet der Krokodilpark in Samut Prakan, welcher lt. eigenen Angaben der größte der Welt sein soll. Neben einer Krokodil-Show wird auch eine Elephanten-Show gezeigt, die ein wenig an den Zirkus erinnert. Die Becken, sind voll von Krokodilen und ich habe bisher noch keine so beeindruckende Ansammlung der Tiere bisher gesehen. Hier wird auch die Aufzucht der Tiere gefördert, wozu das aber gut sein soll weiß ich allerdings nicht so wirklich.

Nachdem ich ja schon einige Male in Bangkok war und bisher noch nie das National Museum besichtigte, obwohl ich schon einige hundert Meter davon übernachtete, holte ich dies jetzt nach und ich habe bisher selten eine so schlechte Anordnung und Präsentation von historisch wertvollen Kunstgegenständen gesehen – es gibt wirklich keinen guten Grund dieses Museum zu besuchen, außer man hat viel Zeit (so wie ich).

Ein sehr schöner und auch selten von Touristen besuchter Tempel in Bangkok ist der Wat Intharawihan, welcher von einer 32 m hohen goldenen Buddhastatue dominiert wird. Untypisch für thailändische Tempel ist es, dass die Statue im Freien steht. Die Statue selbst ist eher dünn, was man aber von der „normalen“ Perspektive aus nicht erkennen kann.

Auch diesmal schaffte ich es nicht der größte Teak-Haus der Welt, den Vimanmek-Palast, zu besichtigen und das trotz mehrmaliger Versuche. Das im Dusit-Park gelegene Museum hat sehr unübliche Öffnungszeiten und durch den Tod der Schwester Seiner Majestät König Bumiphol Adulyadej (Rama IX.) wurden einige Museen auch kurzfristig geschlossen. Bekanntlich gehört dieses Museum zu den sehenswertesten der Stadt. Jedoch kam ich so dazu eine nur für kurze Zeit zu sehende Ausstellung von traditionellem Kunsthandwerk in Thailand in einem anderen Palast des Dusit-Parks zu sehen. Königin Sirikit fördert die Herstellung von Kunstgegenständen auf alte Weise und die Ergebnisse werden gerade ausgestellt. Die Gegenstände waren wirklich phantastisch anzusehen, leider war fotografieren verboten und auch die Erklärung waren großteils nur in Thai.

Die letzten Tage verbrachte in Si Sa Ket um den Khao Phra Viharn (auch Preah Vihear genannt) zu besuchen. Dieser eigentlich in Kambodscha gelegene Khmer-Tempel ist nur von Thailand aus zugänglich. Die Tempelruinen werden von Touristen aufgrund der exponierten Lage eher selten besucht (mit anderen Worten: es gibt auch noch keine gute Infrastruktur für westliche Touristen). Die Überreste wurden zwar von den Pflanzen befreit, aber die Restaurierung ist noch nicht weit vorangeschritten, da beide Länder wenig Interesse zeigen dort zu investieren (Eintritt kassieren aber beide Nationen). Der Tempel lag an einem militärisch wichtigen Punkt und wurde ca. 200 Jahre vor Angkor errichtet und verlor mit dem Ausbau der Khmer-Hauptstadt auch nach und nach an Bedeutung. Die Steinarbeiten sind aber teilweise noch gut erhalten und auch der Aufbau des Tempels auf drei Ebenen macht ihn  sehr sehenswert.

Durch den andauernden Wechsel von schwüler Hitze und klimatisierten Fahrzeugen bzw. Räumen habe ich mir (wenig überraschend) eine kräftige Verkühlung geholt, die ich gerade in Pattaya auskuriere. Der Strand hier ist einer der weniger schönen des Landes und so kann ich den immer stärker werdenden Familientourismus nur wenig verstehen – es gibt sicher schönere Gebiete in Thailand. Der „anrüchige“ Teil der Stadt nimmt natürlich noch immer einen bedeutenden Platz ein, aber Pattaya besteht bei weitem nicht ausschließlich auch Rotlicht-Bezirken, wie von den meisten angenommen werden könnte. Die touristische Infrastruktur ist gut aufgebaut und so komme auch ich dazu die Informationen auf der Web-Site zu aktualisieren.

Wohin es mich weiter treiben wird weiß ich noch nicht. Ob an die südlichen Strandgebiete, Kanchanaburi oder Chiang Mai. Es ist noch alles offen und solange ich mich nicht so richtig Wohl fühle, werde ich wohl auch nicht weiterfahren (ich denke hier an die mühsame Busfahrt von Si Sa Ket nach Pattaya von 13 Stunden).

Pattaya, 14.01.2008

Ich bin ja nun eine Woche in Indien und interessanterweise schaffe ich diesmal nicht die Richtung Stimmung für dieses Land zu finden. Nach Thailand, wo einem (fast) immer ein Lächeln anstrahlt und in vielen Dingen ein eher westlicher Standard wieder zu erkennen ist, kommt mir Indien wie die größte Toilette der Welt mit inkludiertem Müllplatz vor, wo Männer mit grimmigen Gesichtern andauernd versuchen einem Geld abzuknöpfen.

Varanasi, wo ich von Bangkok aus her kam, hätte ich noch nie - ich war schon zwei Mal hier - als schöne Stadt bezeichnet, aber diesmal sind mir der Schmutz (darunter eine Menge Ausscheidungen von Kühen, Hunden und Ziegen), der Geruch von Verwesung, Verbrennung, Verkehr, überall ihr Geschäft verrichtender Leute und Räucherstäbchen sowie die andauernden Fragen nach einer Bootsfahrt, Seide, Kopf- oder Handmassage, Führung durch die Stadt oder ob ich nicht etwas zum Rauchen benötigen würde, so auf die Nerven gegangen wie dieses Mal. Die Ghats, an denen Hindus im heiligen Fluss Ganges baden, sind immer ein faszinierender Platz, aber so leer wie dieses Mal habe ich sie noch nie gesehen. Bei einigen Tempeln der Stadt sind Nicht-Hindus nicht willkommen und bei den meisten anderen herrschen Sicherheitsbestimmungen, die sogar das mitnehmen von Mobiltelefonen und natürlich Fotoapparaten verbieten. Es liegt ja nicht nur an den Bestimmungen, sondern eher an der herzlichen Art mit der einem die Wachen darauf aufmerksam machen.

Ich bin ja diesmal eher in Indien um Ranjan zu treffen. Ich unterstütze seit einiger Zeit seine Ausbildung und nun ging es darum herauszufinden welche Universität für Ihn die beste Wahl sein könnte (ok, wirklich helfen kann ich da eh nicht, aber es war halt sein Wunsch). Und so kam ich zu einem Besuch der Banares Hindu University in Varanasi und der Jawaharlal Nehru University in Delhi. Die Universitäten sind großzügig angelegt und wirken wie eine lärmreduzierte und grüne Oase in den Städten. Beim Betreten der Gebäude wird man aber sofort daran erinnert, dass man sich in Indien aufhält. Bei uns würde man eine Generalreinigung oder (eher wahrscheinlich) einen Abrisstrupp beauftragen. Zumindest waren die Informationen bezüglich der Anmeldung und der beizubringenden Unterlagen bzw. Vorabprüfungen eher leicht erhältlich (natürlich kostet hier selbst die Information etwas).

In Delhi gab es für mich keine Plätze zu besichtigen, von denen ich weiß, die mich interessieren und die ich nicht schon kannte, also schaute ich wieder zum India Gate und dem Regierungsviertel, welches von den Briten in Anlehnung an die Mogularchitektur errichtet wurde. Das aus dem 18. Jahrhundert stammende Observatorium Jai Singhs, genannt Jantar Mantar, hat mich schon früher begeistert und schaffte es auch dieses Mal. Die großen Gebäude, die der Verfolgung von Sonnen-, Mond- Sternenbewegungen dienen, gelten als halbwegs genau und liegen in einer netten Gartenanlage inmitten der Stadt.

Ich bin eigentlich ganz glücklich darüber, dass mein Aufenthalt in Indien diesmal eher kurz ist und ich nach Thailand zurück fliege. Zwar habe ich noch immer keine Ahnung, wo ich in Thailand hin fahre werde oder ob ich nicht auch noch einen Abstecher nach Laos, Kambodscha oder Malaysia unternehmen werde bzw. muss, aber ich weiß, dass ich mich besser darauf werde einstellen können.

Ich muss zum letzten Eintrag noch eine kleine Ergänzung anbringen. In Pattaya gibt es eine Anlage mit dem Namen Sanctuary of Truth, welche seit 1981 erbaut wird. Es ist ein ausschließlich aus Holz erbautes Bauwerk, welches sich dem Hinduismus und Buddhismus in den unterschiedlichen Darstellungsformen widmet. Die Statuen und Verzierung sind einfach herrlich. Alleine dafür zahlt es sich aus nach Pattaya zu kommen – ich bin schon wegen weniger aufregenden Tempeln bzw. Palästen unter größeren Umständen wohin gefahren.

Überhaupt muss ich sagen, dass es in Thailand sehr einfach ist zu reisen, auch wenn in manchen Orten, wie Phetchaburi die Bus-Stationen über den ganzen Ort verteilt sind und sich das Umsteigen etwas umständlich gestaltet. Auch Bangkok kann hier eine Herausforderung sein, denn es gibt drei große Busbahnhöfe und alleine die Fahrt durch die Stadt von einem zum anderen benötigt schon Mal eine Stunde.

Die letzten Tage bevor ich nach Indien kam brachte ich in Kanchanaburi und Hua Hin zu. <br>
Kanchanaburi ist wegen der Brücke über den Kwai-Fluss (Mae Nam Khwae Yai) ein sehr beliebtes Ziel vieler Touristen. Die dort zu sehende Brücke ist eine Rekonstruktion unter Verwendung der Originalteile. Die berüchtigte Brücke wurde von Bombern im Zweiten Weltkrieg zerstört. In der Umgebung widmen sich einige Museen und Sehenswürdigkeiten der Eisenbahnstrecke, die die Japaner hier errichteten. Allerdings ist es die Einbettung in eine phantastische Landschaft die Kanchanaburi so sehenswert macht. Ich habe mir hier viel Zeit genommen und auch nicht versucht zuviel Programm in einen Tag zu pressen, sondern auch ein wenig Zeit am Pool zu verbringen oder einfach nichts zu tun.

In der Gegend befinden sich einige Höhlen und Wasserfälle. Ein Großteil der zugänglichen Höhlen - meist kleine Tropfsteinhöhlen - wird auch gleichzeitig als kleine Tempelanlage genutzt, wo in den meisten Räumen eine Statue aufgestellt wurde.

Der Wat Tham Khao Poon ist der bekannteste Höhlentempel im Umfeld von Kanchanaburi. Durch ein System von Gängen sind neun größere Höhlen (Räume), in denen Heiligtümer aufgestellt sind, miteinander verbunden.

Ein Tempel der anderen Art ist der Wat Luang Ta Bua Yanna Sampanno, welcher weder durch Gebäude noch durch Höhlen Besucher anlockt, sondern mit einer kleinen Schlucht. Die Schlucht selbst ist wenig sehenswert, aber in der Schlucht tummeln sich einige Tiger unter der Aufsicht der Mönche. Das ganze ist natürlich mittlerweile eine finanziell sehr rentable Angelegenheit für den Tempel geworden und auch etwas umstritten, aber ich habe nun Mal eine Affinität zu diesen prächtigen Großkatzen. Gegen eine größere Spende kann man sich mit den etwas schläfrigen Tieren fotografieren lassen – diese Gelegenheit ließ ich mir nicht entgehen und prompt hatte ich einen Tigerkopf am Schoß – dem Tiger war das scheinbar egal worauf einen seinen Kopf legt, Hauptsache er kann sich ausruhen – typisch Katze halt. Das Gefühl einem so mächtigen Tier so Nahe zu sein ist einerseits faszinierend und zum anderen spielt die Angst, dass der Tiger nicht so wie gewünscht agiert, doch ein wenig eine Rolle.

Ein sehr schöner Wasserfall ist der Erawan Wasserfall im gleichnamigen Nationalpark. Er besteht aus sieben Kaskaden, die jede eine andere Wirkung auf den Beobachter ausstrahlt. Der teilweise doch steile Weg hinauf bis zur siebenten Kaskade ist nur in der momentanen Trockenzeit möglich, denn auch jetzt muss man schon durchs Wasser laufen und wenn einem das ganze zu warm wird, kann man sich ja jederzeit in einem Pool vor einer der Kaskaden abkühlen – funktioniert garantiert (selbst probiert).

Die im Zweiten Weltkrieg gebaute und heute nur mehr bis Nam Tok bestehende Bahnlinie (die Schienen zur Grenze nach Myanmar haben die Briten gleich nach dem Krieg beseitigt und den Rest hat dann Thailand wegen der hohen Erhaltungskosten aufgelassen) führt nicht nur über die Brücke in Kanchanaburi sondern auch durch eine schöne Berglandschaft. Etwas weiter (wo die Schienen nicht mehr hinführen) ist eine Gedenkstätte beim Hellfire Pass errichtet worden. Hier haben die Kriegsgefangenen der Japaner mit wenigen bis keinen technischen Hilfsmitteln eine Trasse durch den Fels gehauen. Auch hier war für mich mehr das landschaftliche Umfeld als das Gedenken an die fast 120.000 Arbeiter, die beim Bau der Bahnstrecke ums Leben kamen, von Interesse, wobei ich nicht sagen will, dass es mich kalt gelassen hätte.

Die letzte Destination in Thailand war das hoch gelobte Strandgebiet von Hua Hin, welches auf mich eher den Eindruck eines Altersheims am Meer machte. Ich habe nicht herausgefunden was man hier machen kann. Der Strand gehört zu den weniger schönen, die Landschaft ist eher fad, Sehenswürdigkeiten sucht man vergeblich und selbst am Abend findet man nichts wo man hingehen könnte.

Ab morgen bin ich wieder in Thailand und ich freue mich jetzt bereits wieder auf die Wärme, das schöne Wetter und das Lächeln (ja, ich JüFrü schreibe wirklich, dass ich mich auf die Wärme freue). Und ich freue mich auch schon wieder auf einen halbwegs guten Kaffee – ich schätze den indischen Chai sehr, aber in der Früh ist ein guter Kaffee halt durch nichts zu ersetzen. Dies führt glaube ich auch zu meiner leichten Starbucks-Sucht, die ich im Urlaub entwickle. Es gibt nur wenige dieser Kaffeerestaurants in Thailand, wo ich noch nicht war (außer in den Städten die ich erst besuchen werde).

Tja, das war’s dann mal auch wieder und ich bitte auch um Entschuldigung wegen der Tippfehler, aber nehme mir leider nicht immer die Zeit zum Korrekturlesen.

Varanasi, 03.02.2008

Ich habe mich nach Indien dann doch entschlossen in den Norden Thailands zu fliegen. Zum einen ist es nun die beste Jahreszeit und zum anderen wollte ich einige Plätze, die ich bereits vor fast elf Jahren besucht habe und leider nur in Wolken und Regen gesehen habe, nochmals besichtigen.

Den Anfang und auch das Ende meines Ausflugs in den Norden bildet bzw. bildete Chiang Mai. Chiang Mai ist die größte Stadt in der Region und kann auf eine lange Geschichte zurückblicken. Hier existierte lange das Lanna-Königreich, welches erst im 19. Jahrhundert Teil Siams wurde. Heute ist die Stadt eine Mischung aus moderner Wirtschaftsmetropole, einer massiven Ansammlung von Tempeln, einer ruhigen Provinzstadt und einem Hauch des Nachtlebens von Pattaya. Beim letzten Mal machte ich den Fehler jeden Tempel an dem ich vorbei kam auch zu besichtigen. Diesmal suchte ich mir drei oder vier Tempel im vor hinein aus und konzentrierte mich dann auf diese. Bei einem normalen Stadtspaziergang kommt man sicher an zwanzig ganz nett aussehenden Tempelanlagen vorbei – alle schön, alle interessant, …

Ich will natürlich nicht jeden Tempel hier erwähnen, den ich gesehen habe. Wat Phrathat Doi Suthep besticht vor allem durch die Menge an Gold und der herrlichen Lage am Gipfel des Berges Doi Suthep über Chiang Mai. In dem Stupa sollen Reliquien Buddhas zu finden sein – wenn man alle Tempelanlagen in Thailand, die eine Reliquie Buddhas enthalten sollen bedenkt, wurde er wahrscheinlich mehrmals verbrannt. Wat Phrathat Doi Suthep gehört aber auch zu den ältesten Tempeln des Landes (wurde im 14. Jahrhundert erbaut) und ist eine der bedeutendsten Pilgerstätten Thailands. In Chiang Mai befindet sich auch einer der Tempel in dem der Smaragd-Buddha, welcher heute in Bangkok zu sehen ist und die wahrscheinlich bedeutendste Buddhastatue Thailands ist, auf seiner verwirrenden Reise seine Heimat fand. Alle Tempel die den Smaragdbuddha einmal beheimateten tragen den Namen Wat Phra Keo.

Eine Abwechslung bildet der Zoo in Chiang Mai, der zwar nicht mit der Spitzenklasse internationaler Zoos konkurrieren kann, aber trotzdem sehr sehenswert ist. Chiang Mai ist aber auch ein bedeutendes, wenn nicht sogar das Zentrum für Massagen (in letzter Zeit wird das Wort Spa immer beliebter). Ein gutes Massage/Spa-Programm dauert schon so ca. vier Stunden und ist wirklich jedem zu empfehlen (insbesondere bei einem Preis von knapp € 50).
Von Chiang Mai fuhr ich dann weiter Richtung Norden nach Chiang Rai. Die Stadt hat ein eher ländliches Flair und ist ein guter Ausgangspunkt für Ausflüge. Auch hier sind in der Stadt natürlich in erster Linie Tempel die Hauptsehenswürdigkeiten. Das angenehme hier sind die kühleren Temperaturen – am Abend hat es dann nur mehr ca. 18 °C – und die Ruhe. Wer spät Abendessen will wird hier nicht glücklich.

Besonders sehenswert in Umgebung von Chiang Rai ist ein Tempel mit dessen Bau 1981 begonnen wurde. Wat Rong Khun wurde und wird von einem Künstler entworfen, der nach seiner Zeit als Mönch den Entschluss fasste eine Stätte der Spiritualität zu schaffen. Für einen nicht im thailändischen Buddhismus sehr erfahrenen Betrachter (wie mich) sind viele der Details einfach schöne Verzierungen. Die Anlage wird noch immer gebaut und ist auch als der weiße Tempel bekannt, was an seiner sehr einheitlichen Farbgestaltung liegt.

In der Gegend um Mae Chang und Mae Salong wird Wein, Tee und Kaffee angebaut. Für den Wein wird die Gegend wahrscheinlich nicht so berühmt werden, aber der Kaffee schmeckt ganz gut und Lieberhaber von Oolong-Tees können hier auch schon mal eine Tasse genießen.

Eine Überraschung für mich war die Gartenanlage von Mae Fah Luang bei Doi Tung. Die Mutter des Königs hat hier einen prächtigen Garten anlegen lassen. Die Farbenpracht und Eleganz ist beeindruckend. Das Projekt sollte aber auch helfen, die Landbevölkerung vom Opium-Anbau zum Anbau von weniger illegalen landwirtschaftlichen Produkten zu bewegen und hatte auch Erfolg – heute ist nur mehr das Museum und der leider an dem Tag geschlossene Palast zu sehen, die Ausbildungsstätten für Bergstämme werden soweit ich begriffen habe nicht mehr betieben.

Nördlich des Ortes Chiang Saen befindet sich das so genannte Goldene Dreieck. Hier treffen die Grenzen von Myanmar, Laos und Thailand zusammen. Der Mae Kkong (bei uns Mekong genannt) bildet auch die Grenze zwischen Laos und Thailand. Hier hat sich ein kleiner Markt für inländische und ausländische Touristen entwickelt. Mit einem Speedboat kann man über den Fluss kurz nach Laos fahren (ganz ohne Grenzkontrollen).

Als letzte Station im Norden fuhr ich noch nach Lampang. Die Stadt hat ebenfalls einen der Tempel zu bieten, der einst den Smaragdbuddha beheimatete. Der wirklich bedeutende Tempel dieser Gegend aber ist der Wat Phra That Lampang Luang, einer der wenigen noch erhaltenen Beispiele der aus Holz konstruierten Tempel der Lanna-Könige. Eine nette Besonderheit dieses Tempels ist eine Camera Obscura, die in einem kleinen Gebäude zu sehen ist (nur für Männer). Durch ein kleines Loch in der Holzfassade wird ein auf dem Kopf stehendes Bild des Tempels an die gegenüber liegende Wand geworfen.

Das in der Reiseliteratur viel gelobte Thai Elephant Conservation Center ist auch ganz interessant. Es werden einem die verschiedenen Methoden demonstriert, wie Elefanten das Tropenholz früher durch den Wald transportierten und ich nutzte wieder einmal die Gelegenheit eines Elfantenritts. Dass hier die Elefanten auch Xylophon spielend und Bilder malend gezeigt werden trübt den guten Eindruck des Zentrums, welches sich der Erhaltung und Pflege der Tiere verschrieben hat, ein wenig, aber dadurch werden sicher viele zahlende Touristen angelockt.

Tja, das war’s dann mal auch wieder und ich denke, dass ich mich das nächste Mal aus dem Süden Thailands melden werde.

Chiang Mai, 24.02.2008

Die letzten Tage dieser Reise verbringe ich nun im Süden Thailands. Ko Phuket ist als Insel ja vom Namen sehr bekannt. Es gibt eine beachtliche Zahl von Stränden, die unterschiedlich gut erschlossen sind. Die Strände hier würde ich nicht gerade als Traumstrände bezeichnen, aber ich will sie auch nicht schlecht machen – für meinen Geschmack stehen halt zu viele Sonnenschirme und Liegestühle herum, um die Strände nett wirken zu lassen, aber viele Menschen lieben das halt scheinbar so. Da das Wetter aber eh nicht wirklich gut ist, ist auch das mehr oder weniger egal.

Ein guter Platz seine Zeit am Abend (eigentlich die Nacht) zu verbringen ist Rock City in Patong. Da wegen des Wetters eher die Nacht zum Tag wird, kann man hier getrost stundenlang den guten Cover-Bands bei ein paar Bier zuhören und mitsingen. Sehr gut sind die Cover-Bands von Metallica und AC/DC, Guns´n´Roses sind auch ganz gut – und das alles mit dem gleichen Mann an der Gitarre - faszinierend.

Es passierte aber doch noch, dass ein ganzer Tag mit strahlendem Sonnenschein gesegnet war. Also machte ich eine Bootstour nach Khai Nok und Phi Phi. Auf Ko Khai Nok kann man nichts anderes tun als am schönen Strand sitzen oder Schnorcheln – einfach herrlich und gut für einen Sonnenbrand. Ko Phi Phi ist schon seit Jahren bekannt, aber seit dem Hollywood-Schinken The Beach, der den Maya Beach zeigt, strömen Touristenmassen nach Ko Phi Phi Don, was diesen Strand gänzlich unattraktiv wirken lässt. Ohne Menschen gehört er sicher zu den empfehlenswerten Stränden. Ko Phi Phi Don hat auch noch andere Strände zu bieten, die aber nicht im Rahmen der Tour angefahren wurden. Dies ist halt leider einer der Nachteile von gebuchten Touren, dass man den vorgeschriebenen Weg folgt, der nicht immer die meiner Meinung nach besten Plätze zeigt.

Ich will nicht sagen, dass es hier nur regnet oder bewölkt ist, aber genug um von Tagesausflügen, wie nach Pang Nga oder Krabi dann doch Abstand zu nehmen, denn ich habe keine Lust bei starkem Regen in einem Boot zu sitzen – und die Regenschauer können schon sehr heftig sein. Da es ja keinen Zwang gibt und ich ja jederzeit wieder herkommen kann, genieße ich den Aufenthalt hier trotzdem – wie die Bilder hoffentlich zeigen - und nutze die Zeit zum Schlafen, obwohl Tagesschlaf nicht ganz die Qualität von Nachtschlaf hat ;-).

Die Folgen des Tsunamis, der Ko Phuket vor mehr als drei Jahren stark getroffen hat, sind nur in Form neuer Hotelanlagen zu sehen. Alles was Nahe dem Strand gebaut wurde ist neu und die Preise sind für Mittelklassequartiere im akzeptablen Bereich, insbesondere wenn gerade noch ein neuer Hotelflügel im entstehen ist. Aber die Gerüchte, dass die Touristen noch nicht wieder kommen, kann ich nicht bestätigen. Die Suche nach einem freien Zimmer war nicht ganz so einfach.

Leider ist die Zeit wieder um und ich bin schon wieder am Weg heimwärts. Diesmal ist die Zeit wirklich wie im Flug vergangen. Irgendwann ist alles vorbei …

Ko Phuket, 07.03.2008